Chiemgauer Rundschau

»Traumvorstellung« im wahrsten Wortsinn PDF
Geschrieben von: Ulf Lohmann   
Dienstag, 17. November 2009 um 08:26
Drangvolle Enge auf der Bühne für erstmals über 70 Mitwirkende beim Herbstkonzert der MusikkapelleJubiläumskonzert der Musikkapelle Rohrdorf zeigte Spitzen-Leistungen – erstmals Star-Trompeter als Solist – Musical mit vokalen Beiträgen.

Rohrdorf. Unter das Motto »Traumvorstellungen« hatte Dirigent Michael Morgott das diesjährige Herbstkonzert der Rohrdorfer Musikkapelle gestellt, das im Rahmen des Festjahres zum 150. Gründungsjahr als Jubiläumskonzert gestaltet wurde.  Ansager Ulf Lohmann gelang es, fast durchgehend dieses Motto aufzugreifen und die einzelnen Stücke nach Träumen, Fantasien und Fantastereien zu untersuchen . Das Konzert selbst wurde zu einem »Traum in Blech«, wobei selbstverständlich auch Holz- und Schlagwerk-Register, allen voran Johanna Bachmaier auf ihrer Klarinette, zum grandiosen Erfolg des Konzertes beitrugen.

Auch die über 700 Zuhörer taten das ihre, um den Abend erfolgreich werden zu lassen.  Sie geizten einerseits nicht mit Beifall und verhielten sich andererseits derart diszipliniert, dass man in den Konzentrationsphasen vor den jeweiligen Einsätzen buchstäblich hätte, ein Blatt Papier flattern hören können. Über 70 Mitwirkende und ein an die Grenzen seiner körperlichen Leistungskraft gehender Dirigent belohnten sie mit ausgesuchten Werken alter und neuer Komponisten in symphonischer Qualität.

Festmarsch zum Beginn


Dabei zeigte sich, dass sich die Rohrdorfer Musikanten auf vielen musikalischen Feldern zu Hause fühlen. Ein festlicher, doch schwungvoller Marsch »Jubilé Royal« eröffnete das Konzert, dem Werke aus der frühen Romantik, nämlich die »Ouvertüre für Harmoniemusik« von Felix Mendelssohn-Bartholdy und ein zauberhafter Walzer aus dem Ballett »Les Sylphides« nach Musik von Frédéric Chopin folgte.

Zu einem Höhepunkt des Konzerts wurde das Solo des Trompeten-Virtuosen Hans Jürgen HuberAls »instrumentaler Höhepunkt« des Abends wurde die »Fantasie Brillante« von Jean-Baptist Arban vorgestellt – war doch, einem Jubiläumskonzert angemessen, der Trompeten-Virtuose Hans-Jürgen Huber als Solist für dieses Werk aus dem 19. Jahrhundert engagiert worden. Und tatsächlich gelang es Huber, die Fantasie zu Verdis Oper »Don Carlos« nicht nur mit brillant vorgetragenen, extrem schnellen Läufen zu schmücken, sondern auch mit leidenschaftlichen Arien den Operncharakter beizubehalten. Stehende Ovationen belohnten den Solisten.

Ein trotz seiner 70 Jahre ewig junger Swing »One O 'Clock Jump« von Count Basie und hörenswerten Solopassagen des Saxofonisten Martin Schwarzenböck leitete zum zweiten Teil des Konzerts über, der zeitgenössischer Musik gewidmet war. Bei der besonders für das Schlagwerk sehr aufwendigen Tondichtung »Imagasy« konnten Georg Dick jun. (Trompete), Richard Haimmerer (Es-Saxophon) und der Tenorhornist Martin Schlosser ihr solistisches Können beweisen. Als Hommage an den verstorbenen Michael Jackson war das Stück »Thriller« von Rod Temperton zu hören, das durch die Interpretation durch den King of Pop zu Weltruhm gelangte.

Musical mit Gesangseinlagen


Julia Schmarsel und Christian Posch sangen gekonnt Ausschnitte aus dem Musical Les Miserables Das Musical »Les Miserables« von Claude Michel Schönberg beruht auf dem Roman »Die Elenden« von Victor Hugo, der bereits über 40 mal verfilmt wurde. Zu einem Querschnitt aus dem Musical wurde das Orchester durch drei Sänger ergänzt, die die wichtigsten Partien in gekonnter Musical-Manier vortrugen: Julia Schmarsels Song vom Traum der Elenden auf den Barrikaden war authentisch, Christian Posch schaffte auch die zungenbrecherisch schnellen Passagen der Einleitung locker und die kleine Anna-Magdalena Morgott stellte eine ebenso schüchterne wie sehnsuchtsvolle Cosette dar, die ihre Träume erstaunlich sicher und ohne Lampenfieber vortrug. Nicht enden wollender Applaus für Solisten und Orchester!

Mit der Filmmusik »Die Maske des Zorro« endete das offizielle Programm. Trotz seiner schweren Erkältung ließ sich Dirigent Michael Morgott noch zwei Zugaben durch Applaus abtrotzen, zu denen ihm sein Orchester trotz der späten Stunde willig und exakt folgte.

Ohne Lampenfieber trug die siebenjährige Anna-Magdalena Morgott den Traum der kleinen Cosette vor Ein Konzertabend, der in seiner Einmaligkeit noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Bilder: Ulf Lohmann
 

Was ansteht

Mo Mär 15 @07:00 - 09:00
Malen kennen und können lernen
Mo Mär 15 @07:45 - 10:15
mann-o-mann! II
Mo Mär 15 @07:45 - 10:15
Von Mann zu Mann II
Mo Mär 15 @08:00 - 10:00
Im Gespräch bleiben
Di Mär 16 @05:30 - 07:00
Yoga - Praxis der Achtsamkeit
Di Mär 16 @07:00 - 10:00
Vom Gefäß zur Figur
Di Mär 16 @07:30 - 09:30
Yoga im Alltag - Praxis der Achtsamkeit

Weltgeschehen