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Erfahrungsaustausch der Leader-Aktionsgruppen im östlichen Oberbayern
Pittenhart/Niederbrunn. Für das Treffen der Leader-Aktionsgruppen im östlichen Oberbayern wurde das Dokumentations- und Begegnungszentrum Hilgerhof in zweifacher Hinsicht genutzt – als passende Versammlungsstätte und als herausragendes Beispiel für die positiven Wirkungen des EU Förderprogramms Leader in ELER. Angela Vaas, für das östliche Oberbayern zuständige Leader-Managerin beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Töging a.Inn und der Leiter der Strukturentwicklungsgruppe, Markus Popp, hatten den Erfahrungsaustausch der Leader-Aktionsgruppen Chiemgauer Alpen, Chiemgauer Seenplatte, Mühldorfer Netz, Mangfalltal-Inntal und Berchtesgadener Land mit Bedacht in das Vorzeigeprojekt der ersten Leader-Phase in der Chiemgauer Seenplatte verlegt. Denn Pittenharts Bürgermeister Hans Spiel, der Vorsitzende der Leader-Aktionsgruppe Chiemgauer Seenplatte Konrad Glück und Vorstandsmitglied Sepp Reithmeier, als Vorsitzender des Fördervereins Hilgerhof treibende Kraft des Projekts „Aktivierung Hilgerhof“, konnten den Geschäftsführern und Mitarbeitern der benachbarten Leader-Aktionsgruppen aufzeigen, dass die LEADER+-Förderung zur Initialzündung für das Vorhaben einer ganzen Dorfgemeinschaft werden kann.
Eigenleistungen als Teil von Projektkosten Die Arbeitsbesprechung diente dem Informationsaustausch zwischen den Leader-Aktionsgruppen und der Schulung bei Fragen der Antragstellung und Projektabwicklung durch die Mitarbeiter der Landwirtschaftsverwaltung. Unter anderem beschäftigte man sich mit der Förderung von Eigenleistungen. Eine Bezuschussung ist in der laufenden Programmperiode möglich, wobei eine Vielzahl von Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen: etwa eine qualifizierte Kostenschätzung unter der Annahme der vollständigen Vergabe an Unternehmen, die genaue Festlegung der Bereiche, die in Eigenleistung geschaffen werden sollen, und eine lückenlose und bestätigte Dokumentation jeder geleisteten Arbeitsstunde. Von den geschätzten Nettokosten sind 60 Prozent als Eigenleistungen förderfähig. Am Beispiel eines Vorhabens in der Leader-Aktionsgruppe Mangfalltal-Inntal aus dem südlichen Landkreis Rosenheim machte Markus Popp von der Strukturentwicklungsgruppe des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Töging deutlich, dass die Antragsteller sehr genau abwägen müssten, inwieweit sich das arbeitsaufwändige Einbringen von ehrenamtlicher Arbeit bei der Förderung tatsächlich auszahlt. Zuvor hatte Dr. Ursula Diepolder, die Managerin der Leader-Aktionsgruppe Mangfalltal-Inntal, die Grundzüge des Projektes der „Einrichtung eines Schausägewerks am Jenbach“ vorgestellt. Die Gemeinde Bad Feilnbach sieht darin eine Verbesserung ihres touristischen Angebots und ist bereit, die Personalkosten für regelmäßige Vorführungen zu übernehmen, Interessenten für einen entsprechenden Verein gibt es auch schon. Das Besondere daran: Die Fakultät Holztechnik der Fachhochschule Rosenheim interessiert sich ebenfalls für das Projekt und Hochschulprofessoren und Studenten wären bereit, die Rekonstruktion eines alten Sägewerks fachlich zu betreuen und einige der anfallenden Arbeiten zu übernehmen. Genau dafür müssten aber die Fragen um die Berücksichtigung solcher ehrenamtlicher Eigenleistungen geklärt werden, erklärte Ursula Diepolder.
Leader-Managerin Angela Vaas informierte über die Vorgaben bei der Öffentlichkeitsarbeit für Leader-Projekte. Jedes von Leader geförderte Objekt sollte als von der EU gefördert erkennbar sein, in erster Linie durch Erläuterungstafeln und Hinweisschildern an den Objekten selbst. Auch in allen Veröffentlichungen über Projekte dürfe der Hinweis auf die EU-Förderung nicht fehlen. Weitere Themen waren die Behandlung von Werbung für private Investoren, von Sponsoring sowie die Förderung von Vereinen und die Kombination von Mitteln aus anderen Förderprogrammen.
Transnationale Kooperation zwischen Leader-AGs: „Europäische Jakobswege“ Ausführlicher beschäftigte man sich in dem Erfahrungsaustausch der oberbayerischen Leader-Aktionsgruppen mit den Chancen, die Kooperationsprojekte zwischen zwei oder mehreren bayerischen LAGs und transnationale Kooperationsprojekte in sich bergen. In einem EU-Programm wie Leader ist Zusammenarbeit insbesondere über die nationalen Grenzen hinaus naturgemäß besonders gewünscht. Sie wird deshalb mit verstärkter Förderung honoriert und verfügt über ein eigenes Budget. LAG-Manager Prof. Ulrich Pietrusky von der Chiemgauer Seenplatte zeigte am Beispiel zweier benachbarter Gruppen in Niederbayern die Synergieeffekte der Zusammenarbeit auf, wo fünf Gemeinden in gleichartiger Gestaltung und gemeinsamer Vermarktung kombinierte Rad-, Boots- und Wander-Terminals als Informations- und Servicestätten errichten. Ein Teil der oberbayerischen Leader-Aktionsgruppen will sich an dem großen transnationalen Kooperationsprojekt „Europäische Jakobuswege“ beteiligen, für das die Leader-Aktionsgruppe Kehlheim federführend für 29 bayerische Leader-AGs im Herbst 2009 den Förderantrag stellen will.
Bildunterschrift: Die Teilnehmer des Informationsaustausches der Leader-AGs im Bereich Oberbayern-Ost genossen die angenehme Atmosphäre in den historischen Räumlichkeiten des mit Mitteln des Freistaats Bayern und der EU zur Dokumentations- und Begegnungsstätte ausgebauten musealen Hilgerhofs. Ganz oben links Konrad Glück, der Vorsitzende der LAG „Chiemgauer Seenplatte“, die das Arbeitstreffen mit ausgerichtet hatte, daneben Sepp Reithmeier, ebenfalls im LAG-Vorstand der Chiemgauer Seenplatte und treibende Kraft des Projekts „Aktivierung Hilgerhof“, vierter von links Josef Kobler, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Töging mit seinen Mitarbeitern Markus Popp, sechste von links und Angela Vaas, Leader-Managerin für Oberbayern-Ost, fünfte von rechts. Foto: Inge Graichen
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