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Geschrieben von: Inge Graichen
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Mittwoch, 02. Dezember 2009 um 00:00 |
Schulklassen am Hilgerhof in Pittenhart-Niederbrunn: Heckenpflege und Sitzkrücken für Greifvögel
Pittenhart-Niederbrunn. Bei einem Aktionstag für Schulklassen der Obinger Hauptschule wurde der mit Hilfe von Leader-Mitteln vom Landkreis Traunstein und der Gemeinde Pittenhart in ein Dokumentations- und Begegnungszentrum umgestaltete Hilgerhof einmal mehr der Aufgabe gerecht, die Umweltbildung im schulischen und außerschulischen Bereich zu fördern, Kindern und Erwachsenen die heimatliche Natur nahe zu bringen. In bewährter Zusammenarbeit zwischen der Obinger Volksschule und dem Kulturverein Hilgerhof wurden die im Laufe des vergangenen Jahres angelegten Hecken aus einheimischen Sträuchern gepflegt; Schüler der sechsten Klasse der Obinger Hauptschule traten das hohe Gras zwischen den noch sehr kleinen Hartriegeln, Pfaffenhütchen und ähnlichen Büschen nieder, damit die wieder mehr Licht und Luft bekommen. An anderer Stelle schichteten die Schüler Äste und Zweige von Baumschnittmaßnahmen zu Wildschutzzäunen aus Naturmaterial für die Sträucher auf; unter den alten Ästen können sich auch neue Pflanzen entwickeln - eine Hecke, die aus sich selbst entsteht.
Schüler der achten Klasse, die im Frühjahr Obstbäume und Heckensträucher gepflanzt hatten, erhielten nun eine neue Aufgabe zum Schutz der Hecken- und Streuobstanlage. Unter Anleitung von Markus Stadolka vom Deutschen Falknerbund bauten sie meterhohe Sitzkrücken für Greifvögel: Vor allem Mäusebussarde fangen die Wühlmäuse, die ansonsten die gepflanzten Bäume und Sträucher bedrohen. Für die Greifvögel sind die Sitzkrücken ebenfalls wichtig, sonst landen sie auf den für sie gefährlichen Strommasten und –drähten.
Als Belohnung für ihre Arbeit durften alle Schüler und die sie begleitenden Lehrerinnen Heidi Schatzmann und Gerti Schwoshuber dann noch einen jungen Sakerfalken beim Flug- und Fangtraining beobachten. Markus Stadolka erklärte, dass ein deutscher Kaiser des Mittelalters diese Methoden Falkeneltern abgeschaut hatte, die ihren Jungvögeln das Fliegen lehren und ließ seinen Falken einem so genannten Federspiel nachfliegen, an dem eine Belohnung in Form von rohem Fleisch befestigt war.
Obings Schulrektor Ludwig Bürger stattete dem „Unterricht im Freien“ einen Besuch ab. Sein Fazit: „So viel wie hier in ein paar Stunden lernen unsere Schüler in einem Jahr im Klassenzimmer nicht über unsere heimische Natur und Kulturlandschaft und warum es wichtig ist, etwas für den Erhalt ihrer Vielgestaltigkeit zu tun.“ |