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Obinger Gemeinderäte sehen Konkurrenz zwischen Kirche und Gemeinde
Obing. Sollen die Grabstellen auf dem Kirchenfriedhof wieder frei verkäuflich sein oder soll es bei der Vereinbarung zwischen Kirchenverwaltung und politischer Gemeinde von 1999 bleiben, dass nur der auf dem Kirchenfriedhof beerdigt werden darf, dessen Familie dort eine Grabstelle hat? Für alle anderen muss bisher der Gemeindefriedhof bei Pfaffing genutzt werden. Dazu gab es im Obinger Gemeinderat unterschiedliche Meinungen. In einem Schreiben des Pfarrverbands wurde der Gemeinderat gebeten, die Grabstellen im kirchlichen Friedhof wieder ganz freizugeben.
In Gesprächen sei deutlich geworden, dass es der Kirchenverwaltung dabei um die Überbrückung »finanzieller Engpässe« gehe, erklärte Bürgermeister Hans Thurner. »Die Kirche will also in Konkurrenz zur Gemeinde treten, die ja ihre Grabstellen im Gemeindefriedhof auch verkaufen will.« Immerhin habe die Gemeinde ihren Friedhof gerade erst erweitert, erläuterte Thurner weiter. In den 70er Jahren habe die Kirche auf den Gemeindefriedhof gedrängt, weil es rund um die Kirche zu eng geworden war. Gemeinderat Sepp Stettwieser zeigte Verständnis für das Anliegen der Kirchenverwaltung: »Der Friedhof gehört zur Kirche.« Für die Kirchgänger sei es so bequemer, die Gräber ihrer Angehörigen zu besuchen. Sepp Schausbreitner befürchtete, dass immer mehr Lücken im Kirchenfriedhof entstehen, weil Gräber von Familien ohne Nachkommen in Obing aufgelassen werden. Dritter Bürgermeister Andreas Voderhuber dagegen erinnerte daran, dass ursprünglich geplant war, den Kirchenfriedhof so neu zu ordnen, dass mehr Platz zwischen den Reihen und Gräbern vorhanden ist, und empfahl, die entstehenden Lücken genau dafür zu nutzen.
Auf Vorschlag von zweitem Bürgermeister Sepp Huber werden die Bürgermeister nochmals das Gespräch mit dem Pfarrverband suchen, um zu einer Kompromisslösung zu kommen. Dem Antrag von Christina und Volker Lamers wurde zugestimmt, die Einfahrt ihrer Garage anders zu situieren als im Bebauungsplan »Frabertsham – Herzoganger« vorgesehen, damit sie mehr Fläche zur Nutzung von Erdwärme für ihre Heizung zur Verfügung haben. Bürgermeister Hans Thurner informierte die Gemeinderäte, dass das Energiekonzept für die Hauptschule nun vorliegt und für die Antragstellung im Rahmen des Konjunkturförderprogrammes II verwendet wird. Darüber hinaus soll ein Antrag für den Neubau des Rathauses gestellt werden.
Bild: Friedhof an der Obinger Kirche: Zu wenig Platz für die großen Leute von heute? (Foto: Graichen)
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