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Geschrieben von: Inge Graichen
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Dienstag, 25. August 2009 um 00:00 |
Informationstag über die Anlage von Bienenweiden und Wildäckern im Rahmen der agrarökologischen Ackernutzung.
Chiemgauer Seenplatte/Emertsham. Ein Meer blauer, violetter, dunkelroter, oranger und gelber Blüten. Darin ein Summen der Bienen und Hummeln. Lautlos gaukelnde Schmetterlinge und Schwebfliegen.
Für alle schien eine Vision Realität geworden zu sein, die sich im Leader-Gebiet »Chiemgauer Seenplatte« für das Projekt »Die Chiemgauer Seenplatte blüht auf« starkgemacht hatten. Bei der Besichtigung der Blühflächen von Franz Gmaindl in Schweinberg bei Emertsham konnte man die Vision von der Rückkehr einer arten- und blütenreichen Pflanzenwelt erleben.
Sepp Reithmeier (Leader-AG-Vorstandsmitglied, zweiter Bürgermeister von Pittenhart und Kreisvorsitzender des Verbands bayerischer Imker) und Hans Urbauer (Kienbergs erster Bürgermeister) hatten den Kontakt mit dem Mitarbeiter des Traunsteiner Landwirtschaftsamts Franz Gmaindl genutzt, um sich und andere zu informieren. Sie besuchten die von dem Nebenerwerbslandwirt angelegten Bienenweiden und Wildäckern, um zu sehen, wie neue Nahrungsquellen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und Deckungs- und Bruthabitate für größere und kleinere Wildtiere geschaffen werden können.
Landwirte, Imker, Järger auf Infotag Der mit Unterstützung der Leiterin des Landwirtschaftsamts, Dr. Maria Kau, und weitere Mitarbeiter organisierte Infotag zog Interessierte aus allen Bereichen an: Landwirte, Imker und Jäger genauso wie im Naturschutz Tätige und Mitglieder von Leader-Arbeitskreisen an, die viel über Franz Gmaindls praktische Erfahrungen mit der Anlage und Pflege der Wildäcker erfuhren, unter anderem über die Wichtigkeit von strukturgebenden Getreide- und Brachstreifen. Aber auch die Kosten und die staatliche Förderung der als Stilllegung geltenden Bewirtschaftung dieser Flächen waren Themen der Veranstaltung.
Eventuell ein Standbein für Landwirte Für fünf Hektar seines Grundes erhält Franz Gmaindl Fördermittel aus dem Kulturlandschaftsprogramm. 2,6 Hektar nutzt er seit diesem Jahr als Bienenweide und Wildäsungsfläche im Rahmen eines vom Landwirtschaftsamt Ebersberg entwickelten agrarökologischen Konzeptes. »Mir war es wichtig, etwas für die Vielfalt in Natur und Landschaft zu tun«, sagte Franz Gmaindl. Gleichzeitig wolle er etwas auszuprobieren, das für eine Reihe von Landwirten ein weiteres Standbein sein kann“.
Spezielle Saatmischung Da Franz Gmaindl sich auf die Nutzung als Wildacker- und Blühflächen für fünf Jahre festgelegt hat, baute er zwei von der Bayerischen Landesanstalt für Garten- und Weinbau in Veitshöchheim entwickelte Saatgutmischungen an. Diese sind darauf ausgelegt, über einen längeren Zeitraum eine artenreiche und blühfreudige Vegetation zu erhalten. Die besonders hochwertige und auch teurere Bienenweidemischung kombiniert 51 Blühpflanzenarten. Bei der Zusammensetzung wird vor allem Wert darauf gelegt, dass zwischen Frühjahr und Herbst ständig eine Vielfalt von Blüten als Nahrungsquelle für Bienen zur Verfügung steht.
Wie die Ansaat erfolgt Im Ansaatjahr dominieren blühfreudige einjährige Arten wie Futtermalve, Ringelblume und Sonnenblume. Danach prägen zweijährige Pflanzen wie Königskerze und Natternkopf sowie mehrjährige Arten wie Flockenblume und Kleearten den Bestand.
Das Erscheinungsbild verändert sich immer wieder. Gleiches gilt für die Mischung »Lebensraum 1«. Diese ist auf hochwüchsigere Arten ausgerichtet und bietet größeren Wildtieren wie Rebhuhn, Hase und Reh Nahrung und zusätzlich Deckung. So auch im Winter durch die abgeblühten Pflanzen.
Weitere Informationen hierzu unter über diesen Link.
Die Bewirtschaftung als Blühfläche könne für manche Fläche auch finanziell interessant sein, sagte Alois Lohwieser vom Landwirtschaftsamt Traunstein, wenn man die staatliche Förderung berücksichtige.
Bauern sollen mitmachen Leader-AG-Vertreter Sepp Reithmeier wertete die Veranstaltung als möglichen Auftakt für den Ausbau der Partnerschaft von Landwirtschaft und Imkerei. Er wünschte sich, dass immer mehr Bauern erkennen, dass sie mit einfachen Maßnahmen oder gewissermaßen Nischenlösungen etwas für die Schönheit des Chiemgau tun können. Sei es die Anlage von blütenreichen Ackerrandstreifen, die Aussaat von Bienenweidesamen nach der Ernte der Wintergerste oder auf Restflächen. Damit könne viel für den Erhaltung der Gesundheit der Honigbienen und der Schönheit der Landschaft getann werden.
»Für den Erfolg des Leaderprojekts ›Die Chiemgauer Seenplatte blüht auf‹ ist es wichtig, dass es auch in Zukunft vom Landwirtschaftsamt unterstützt wird«, suchte Reithmeier weitere Perspektiven zu eröffnen.
Bildunterschrift: Franz Gmaindl (rechts) zeigte mit Stolz das Blumen- und Insektenparadies auf seinem Wildacker. Er verschwieg aber auch nicht seine Ängste, als aufgrund der schlechten Witterung die ersten Blütenpflanzen auf sich warten ließen. Foto: Graichen |
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