Chiemgauer Rundschau

Intarsien-Macher – was macht denn der? PDF Drucken
Geschrieben von: Regine Falk   
Montag, 27. Juli 2009 um 00:00

Intarsienkunst im Holztechnischen Museum RosenheimAktuelle Ausstellung zur Intarsienkunst im  Holztechnischen Museum, im Ellmaierhaus Max-Josef-Platz. Umfangreiches Begleitprogramm für Kinder.

Rosenheim. Es erfordert ein umfangreiches Materialwissen, Fingerspitzengefühl und viel Geduld, um ein »Bild aus Holz« anzufertigen. Genau davon konnten sich die Besucher kürzlich in der Intarsienkunst-Präsentation im Holztechnischen Museum Rosenheim überzeugen. Josef Henke, gelernter Schreiner aus Prien, der sich seit seinem Ruhestand dem alten Kunsthandwerk intensiv widmet, ließ sich mehrere Stunden über die Schultern sehen. »Mehr zum Hobby« gehe er der Dekorationstechnik von Möbeln, Schachteln und anderen Gebrauchsgegenständen nach, die heute aber kaum mehr gefragt ist.

Wie es gemacht wird

Intarsie bedeutet »Einlegen« –  es werden also in Qualität und Farblichkeit verschiedene Hölzer so an- und ineinander gelegt, dass eine neue, strukturierte Oberfläche entsteht.
Das Verfahren ist leicht nachzuvollziehen, weniger leicht aber nachzumachen: Zunächst wird ein Motiv erstellt und auf einem Rahmen-Furnier aufgezeichnet, anschließend die geeigneten Furniere ausgesucht. Dann geht es an die Präzisionsarbeit: Henke setzt mit ruhiger Hand das Skalpell an und schneidet flink aus dem Rahmen einige wenige Millimeter kleines Blättchen aus, legt das andersfarbige Furnier darunter, schneidet wieder und legt das neu gewonnene Blättchen mit Holzleim in den Rahmen ein. So geht das über mehrere Stunden. Stück für Stück entsteht das »Bild aus Holz«.

Museumsleiter Kurz: Sonderausstellung beleuchten spannende Bereiche

So lautet denn auch die aktuelle Sonderausstellung im Holztechnischen Museum, das seit beinahe zwei Jahrzehnten im denkmalgeschützten »Ellmaierhaus« am Max-Josefs-Platz anhand einer beeindruckenden Fülle von Original-Objekten die Geschichte eines der wichtigsten Rohstoffe erzählt. »Es gibt so viele spannende Bereiche, die wir in unseren Räumlichkeiten gar nicht so darstellen können, wie es nötig wäre« sagt der Diplomingenieur Arno Kurz, der als Leiter des Holztechnischen Museums die ständige Ausstellung mit aufgebaut hat  »Mit Sonderveranstaltungen können wir einen interessanten Teilbereich intensiver beleuchten.«

Wunderschön gearbeitete Objekte

Auf das Thema Intarsien und Marketerie habe sie Josef Henke selbst gebracht, weiß Klaus Friede vom Holztechnischen Museum zu berichten. »Er besuchte uns eines Tages und erzählte mit großer Begeisterung von dem Kunsthandwerk. Dieses Gespräch war dann die Initialzündung für die derzeitige Sonderausstellung«, so Friede. In »Bilder aus Holz. Intarsien, Marketerie« sind wunderschön gearbeitete Objekte überwiegend privater Leihgeber zu sehen, darunter Spielbretter und Schmuckschatullen, aber auch eine Schrankwand und kunstvoll gearbeitete Holzbilder. So auch das stimmungsvolle Landschaftsbild, mit dem Josef Henke im Jahr 2003 den bundesweit ausgeschriebenen Intarsienwettbewerb gewonnen hat. Auch heuer macht er wieder mit, die Sieger werden dann im Herbst des Jahres bekannt gegeben.

Begleitprogramm für Kinder ab acht Jahren

Im Begleitprogramm zur Sonderausstellung finden außerdem verschiedene Workshops für Kinder statt: Schon am Samstag, den 18. Juli und später, am 17. Oktober können Kinder ab acht Jahren selbst Holzbilder gestalten. Die Kurse werden von »Kind und Werk« in den Räumen des Holztechnischen Museums Rosenheim durchgeführt und finden jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr statt.


An Kinder der ersten bis vierten Grundschulklasse richtet sich der Workshop »Spanschachtel für kleine Geheimnisse«, die aus verschiedenen Furnieren gebastelt werden. Dieser Workshop findet am 10. Oktober einmal von 10 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr unter Leitung von Christa Sigrid Lüdeke, Fortbildungsleiterin »Schule der Phantasie« im Pädagogischen Institut ebenfalls in den Räumen des Holztechnischen Museums Rosenheim statt.

Um eine Anmeldung wird gebeten unter 08031/ 16 900.

Bildunterschrift: Josef Henke mit Freund und Kollege Josef Sigmund arbeiten konzentriert an einer Intarsie
Foto: PR-Agentur  Raab

 

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