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Geschrieben von: Regine Falk
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Freitag, 29. Mai 2009 um 00:00 |
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26 Grundschulkinder erleben den Buddhismus hautnah
Rosenheim. »Bhutanische Luft« atmeten die 26 Kinder der Klasse 4a der Grundschule an der Breitensteinstraße, Kolbermoor. An ihrem Projekttag vergangene Woche nahmen die aufgeweckten Schüler am museumspädagogischen Programm zur Ausstellung »Friedlicher Drache – Textilkunst aus dem Königreich Bhutan« in der Städtischen Galerie Rosenheim teil. Und wollten am Ende gar nicht mehr gehen. Denn hier erfuhren die Viertklässer nicht nur Wissenswertes über das kleine Königreich im Himalaya, sondern erlebten die bhutanische Kultur mit allen Sinnen. Da wurde gewaschene und ungewaschene Wolle befühlt, in eine Butterteeschale gerochen, den religiösen Gesängen gelauscht, dem Handspinnen zugesehen und Trockenfleisch betastet. Highlight des Besuches aber war das Anprobieren der landestypischen Tracht.
Zunächst einmal galt es, das kleine Land auf dem asiatischen Kontinent geografisch zu orten – gar nicht so einfach, ist doch Bhutan mit einer Fläche von etwa 46.000 km2 nicht größer als die Schweiz und verschwindet auf der Karte leicht neben seinen großen Nachbarn Indien und Tibet.
Dass der buddhistische Glaube in Bhutan eine große Rolle spielt, faszinierte die Grundschüler sehr. Gleich im ersten Saal der Galerie sind drei große farbenfrohe, »Thangkha« genannte Rollbilder mit einer Buddha-Abbildung angebracht, die die Besucher zu begrüßen scheinen: »Warum hat der Buddha eigentlich so lange Ohren?« will einer der Schüler wissen. »Die Form der Buddha-Ohren bedeutet ein »Verzicht auf Reichtum« erklärt Galerieleiterin Monika Hauser - ein »wesentliches Element der buddhistischen Lehre«.
Großes Interesse fand das Anprobieren der landestypischen Tracht, deren kunstvolle Stoffe seit vielen Jahrzehnten und bis heute von Hand gewebt werden: Zwei freiwillige Buben und ein Mädchen ließen sich den »Gho« - das Gewand für den Mann -, bzw. die »Kira« – das Gewand für die Frau - anziehen und fühlten sich so wohl darin, dass sie die bequemen Kleidungsstücke bis zum Ende des Besuches anließen. Die Kinder durften auch allerhand praktische Alltagsgegenstände in den Brusttaschen verschwinden lassen, die durch die spezielle Wickeltechnik entstehen: Eine aus Bambus geflochtene Proviantdose oder eine Butterteeschale, die zur täglichen Ausrüstung der bhutanischen Landbevölkerung gehören.
Dass es in dem Himalaya-Staat Fernsehen erst seit zehn, Internet und Mobiltelefon erst seit wenigen Jahren gibt, löste bei den Grundschülern großes Erstaunen aus. »Dafür kommen aus Bhutan die weltbesten Weber« ließ Monika Hauser wissen und zeigte den Kindern die wunderschönen Stoffe, die in Bhutan hergestellt werden sowie die verschiedenen Garne, die zum Weben verwendet werden: Die Kinder befühlten zartes Seidengarn im Vergleich zur robusten Wolle und sahen gespannt zu, wie mit einer Handspindel darauf Webgarn gesponnen wird.
Schließlich lauschten die Viertklässler angeregt einer Erzählung aus dem Alltag zweier bhutanischer Kinder, die oft eine Stunde oder länger in die Schule laufen müssen, nachmittags in der Landwirtschaft helfen, Holz und Wasser holen und dann statt zum Fußball zum Bogenschießen gehen – das allerdings machen nur die Jungen.
Anschließend wurde das Angebot die bhutanische Tracht noch mal anzuprobieren rege genutzt. Darin waren sich alle Besucher einig: »Das hat uns am besten gefallen!« |