Chiemgauer Rundschau

ChiemseeLandArt: von vergänglichen Dingen und Labyrinths PDF Drucken
Geschrieben von: Matthias Leippe   
Donnerstag, 02. April 2009 um 00:00

Finissage der ChiemseeLandArt 2009Zum dritten Mal fand im Sommer 2008 auf Gut Weingarten an den Ufern des Chiemsees das internationale ChiemseeLandArt Symposium statt. Der Titel »Labyrinth – Klimawandel« entstand in Zusammenarbeit mit der Klima-Werkstatt der Technischen Universität München (TUM). In den vergänglichen Kunstwerken, die im vergangenen Sommer während des Symposiums zwischen Breitbrunn und Gstadt am Chiemseeuferweg entstanden, spiegelte sich der Klimawandel auf besondere Art. Die Werke sind vergangen, was bleibt, das ist der Katalog, der jetzt auf der Finissage im Haus des Gastes in Gstadt vorgestellt wurde.

Gstadt. »...und alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht«, sagt Johann Wolfgang Goethe in seinem Faust. Die Kunstwerke des 3. internationalen ChiemseeLandArt Symposiums auf Gut Weingarten sind vergangen, doch was bleibt, zeigte sich auf der Schlussveranstaltung in Gstadt im vollen Haus des Gastes. Die Werke der zehn Künstler sind in einem Katalog zusammengestellt und fotografisch festgehalten. ChiemseeLandArt ist eine Kunstform, die die Vergänglichkeit ihrer Werke in den Mittelpunkt stellt. Entstehungsprozess und Verfall sind zentrale Eckpunkte. Geblieben sind ein schöner Ausstellungskatalog und ein Film. Beide wurden auf der Finnisage vorgestellt und illustrieren den Zusammenhang zwischen Kunst, Klima und Wissenschaft. Die große Zahl der Gäste belegt, dass die Verknüpfung zwischen künstlerischen Ausdruck und Wissenschaft ein interessanter Ansatzpunkt ist, um auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. 


Gstadts Bürgermeister Bernhard Hainz sagte in einer kurzen Ansprache, dass die Aktion einen hohen künstlerischen Beitrag zum besseren Verständnis zwischen Menschen und Natur darstelle. Anika Gaggermeier von der Klima-Werkstatt hob vor allem den intensiven Gedankenaustausch zwischen Künstlern, Wissenschaftlern, Studenten, Ausstellungsbesuchern und Passanten über den Klimawandel hervor. Die Leiterin der städtischen Galerie Traunstein, Judith Bader, setzte in ihrer Würdigung einen deutlichen Akzent für Ursprünglichkeit: »Die Künstler eroberten nicht die Natur und unterwarfen sie ihrem Formwillen.« Vielmehr hätten sich die Künstler als »spirituell motivierte Gärtner und Gestalter« gezeigt, die »feinfühlig dekorative Setzungen von vergänglichen Objekten in der freien Landschaft vornahmen.«
 
Am sinnfälligsten und für alle zehn Künstler stellvertretend war dabei Annette Merkenthaler. Der simple Aufruf ihres Kunstwerks »In meiner Reichweite etwas tun« passt ganz in das Zielspektrum, welches die Klima-Werkstatt mit unterschiedlichsten Projekten verfolgt. Menschen, die ChiemseeLandArt vor Ort und die Finissage erlebten, bleiben mit dem zum Nachdenken anregenden Satz zurück, dass »sich das Leben anschaulich als das Beschreiten eines Weges beschreiben lässt, dessen Verlauf sich für die Gehenden oft unvorhersehbar und verwirrend darstellt«. Auch in Sachen Klimawandel mag vieles verwirrend und unvorhersehbar erscheinen, doch im Positiven etwas dagegen zu tun ist besser, als die Hände in den Schoß zu legen.

Der Katalog kostet 10 Euro und kann unter Mobiltelefon 0171 / 33 58 385 bestellt werden.

Bild (von links): Dr. Christian Ganzert (Projektleiter Klima-Werkstatt Technische Universität München/TUM), Anika Gaggermeier (Projektkoordinatorin Klima-Werkstatt TUM), Künstler Alois Steger aus Südtirol, Dr. Ulrich Wild (Projektleiter Klima-Werkstatt TUM) und Gabi Toepsch (Organisatorin der ChiemseeLandArt)

[Foto von: Matthias Leippe]

 

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