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Geschrieben von: Matthias Leippe
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Donnerstag, 09. Oktober 2008 um 23:43 |
Bielefeld. Die Bethel-Mark (seit 2002: Bethel-Euro) ist wohl die älteste noch existierende Komplementärwährung in Deutschland. Das Geld feiert Geburtstag, seinen 100. Geburtstag. Rund 110.000 Bethel-Scheine im Wert von einer Million Euro sind im Umlauf. Zwölf Geschäfte in drei Gemeinden akzeptieren das Geld der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel.
Interessantes Detail: Beim Umtausch gegen Ware gibt es fünf Prozent Rabatt für Betreute und Mitarbeiter der Anstalten. Während viele Regionalwährungen mit einem Negativzins versehen sind, zeigt sich darin noch heute der ursprüngliche der Bethel-Mark. Das Bethel-Geld würde am 1. September erstmals als Warengutschein ausgeben. Interessanterweise geht die in Süddeutschland der Sterntaler (Berchtesgadener Land) einen Zwischenweg. Bis zu 10.000 Sterntaler dürfen mit realen Waren in einem Dorfladen gedeckt werden. Theoretisch bedeutet dies, dass man im Notfall tatsächlich nicht wertloses Papiergeld, sondern Essbares bekäme.Der Bethel-Euro verfolgt das gleiche Ziel wie viele neue Regionalwährungen auch. Er hat auch heute noch die Funktion, möglichst viel Kaufkraft innerhalb der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel zu binden. Nicht verhindert werden konnte, wie Bielefeld Direkt berichtet, der Niedergang seiner wirtschaftliche Bedeutung. Beim Festakt zum 100jährigen Bestehen waren aus Bayern Chiemgauer-Gründer Christian Gelleri und Gudrun Rehrl vom Sterntaler (ist auch Vorstand der Sozialgenossenschaft RegioSTAR eG) dabei. So weit bekannt, mit gewohnten Berichten aus der Praxis. Viele Detailfragen und der Erfahrungsaustausch standen im Mittelpunkt des Vernetzungstreffens der Regionalgeld-Initiativen, das zeitgleich in Bielefeld stattfand.
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