Chiemgauer Rundschau

Abgewürgtes Hoffnungszeichen: Schwanenkirchen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Matthias Leippe   
Donnerstag, 03. September 2009 um 00:00

Vorläuf des Wunders von Wörgl. Wära ist Ursprung der Regiogelder in Deutschland.

Schwanenkirchen. Ein sächsischer Bergbauingenieur bringt 1929 Rettung. Jedenfalls für viele Menschen in der kleinen Gemeinde, die ein regionales Wirtschaftswunder in Zeiten der Krise erlebt. Und das geht so: Max Hebecker kauft ein marodes Bergwerk, setzt auf das Regiogeld »Wära«, zahlt Arbeiter zu zwei Dritteln mit den Gutscheinen, den Rest in Reichsmark.

Die Passauer Neue Presse berichtet unter der Schlagzeile »Das Wunder von Schwanenkirchen«.

Außerdem sorgt der sozial engagierte Unternehmer dafür, dass sich die Idee des kreislaufenden Regionsgeldes verbreitet. Das geht solange, bis dem Wära in Schwanenkirchen der Garaus gemacht. Der Hebel: die Brüning'sche Notverordnungspolitik von 1931.

Monika Bormeth zitiert in ihrer Reportage Walter Onken, Ökonom und Experte für Alternativgeld: »Solche Experimente heben freilich nicht die Welt den Angeln. Aber sie sind immerhin ein Hoffnungsschimmer.«


Der Wära ist Vorläufer heutiger Regiogelder und hatte Vorbildcharakter für das »Wunder von Wörgl«.