|
Wuppertal. »Kreisläufe schließen: die Renaissance der Regionen«. Fast wie ein Buchtitel lautet der Themenkomplex, unter dem Regionalwährungen in der Studie »Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt« behandelt werden. Angeführt wird Regiogeld als ein Beispiel für realisierte Nachhaltigkeit im Wandlungsprozess einer Gesellschaft.
Das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie erstellte im Auftrag des BUND, Brot für die Welt und des evangelischen Entwicklungsdienstes (eed) im zwölften Jahr die Untersuchung.
Diese geht der Frage nach, wie Produktions- und Konsummuster so umgebaut werden können, dass eine zukunftsfähige Entwicklung eingeleitet wird.Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von Brot für die Welt, fordert als Konsequenz: »Wir brauchen eine breite Mobilisierung der Zivilgesellschaft, um die Wirtschaftsdynamik innerhalb ökologischer, sozialer und menschenrechtlicher Leitplanken zu halten«. Prof. Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: »Deutschland ist nicht auf dem Weg, ein zukunftsfähiges Land zu werden«. Nachhaltigkeit sei heute zwar ein sehr häufig benutztes Politikerwort. »Aber wenn es um politisches Handeln geht, wird vor der Umsetzung zurückgeschreckt«, sagte Weiger. Die Widerstände der Industrie, der Finanz- und Agrarlobby seien groß – und fänden bei den Regierungen ein offenes Ohr. »Wir brauchen dringend einen Kurswechsel in Deutschland und neue globale Übereinkünfte, die ökologisches und soziales Dumping verhindern. Wir brauchen eine forcierte Effizienzstrategie für Energie und Rohstoffe und einen Lebensstil, der die natürlichen Grenzen anerkennt. Das Gemeinwohl, national und international, muss Vorrang vor dem Markt bekommen. Wachstum ist längst keine Antwort mehr, sondern das Problem. Wir müssen auf umweltverträglichen Wohlstand setzen«, so Weiger weiter. 
Frank Jansky vom Regiogeld-Verband zeigt sich erfreut, dass die Ansätze der Regiogeldbewegung in die 620 Seiten umfassende Studie (erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag, 14,95 Euro) Einzug gehalten haben. Er rechne mit einer entsprechenden positiven Resonanz aus verschiedenen Bereichen von Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Deshalb sollten sich alle Regiogeld-Initiativen an der gesellschaftlichen Debatte aktiv beteiligen. Die in Berlin erscheinende Tageszeitung TAZ stellt den Unterschied der aktuellen Studie zu denen der Vorjahre heraus: die soziale Frage stünde mehr im Mittelpunkt. Danuta Sacher von Brot für die Welt fordere »Kostenwahrheit« für alle Produkte, eine »ökofaire« Qualifizierung derselben jenseits aller streng betriebswirtschaftlicher Betrachtungsweisen. |